Auf den Spuren der Frühen Neuzeit in Nürnberg - Exkursion des Geschichtskurs 1G1

Gibt es etwas Langweiligeres als Geschichtsunterricht? Für manch einen mag die Antwort wohl klar sein: Nein. Alles ist theoretisch und trocken und sowieso nie und nimmer irgendwie als spannend zu bezeichnen, da es schon so lange her ist. Man beschäftigt sich im Unterricht mit vielen Fragen, aber meist nur mit langen Texten aus dem Geschichtsbuch. Wie haben die Menschen früher gelebt? (Und mit früher meine ich vor ein paar hundert Jahren.) Wo gingen sie hin, wenn sie krank wurden? Welche Standesordnungen gab es? Wie wurde der Glauben ausgeübt? Und wie wurden sie begraben? Natürlich bespricht man alle diese Fragen ausgiebig im Unterricht, bestenfalls anhand ein paar Quellen aus alten Tagebüchern. Aber es gibt weitaus spannendere Arten, um den zu behandelnden Stoff zu vertiefen. Gerade hier, wo Nürnberg direkt in der Nähe liegt, wo es noch viele Spuren der Menschen der Vergangenheit zu besichtigen gibt. Genau dorthin machten wir, der Geschichtskurs G1 der Q11 mit unserer Kursleiterin StRin Mäckl am 3. Februar 2016 eine Exkursion.

Wir besuchten mehr als zwanzig Orte, an denen noch Vermächtnisse der Vergangenheit zu finden sind. Hauptthema war das Leben der Menschen in der frühen Neuzeit, daher besichtigten wir Kirchen, Marktplätze, Gärten, Krankenhäuser und Friedhöfe aus dieser Zeit und die Schüler selbst informierten mit kurzen, informativen Referaten ihre Mitschüler über die Geschichte der Orte. Einen ganzen Tag lang begaben wir uns auf die Suche nach Spuren und Vermächtnisse der Frühen Neuzeit in Nürnberg und die manchmal etwas trockene Theorie des Geschichtsbuchs wurde so interessant aufbereitet.

Natürlich war es im Februar noch etwas kalt, aber dennoch war es eine willkommene Abwechslung zum Unterricht und noch dazu wirklich interessant, zu sehen, wie viele Spuren der Frühen Neuzeit es tatsächlich in Nürnberg noch gibt und wie viele für die Klausur gelernte Informationen auf einmal praktisch anwendbar waren. Die Standesordnung verdeutlicht an den Bildern einer Kirche, Spuren des Antisemitismus am Hauptmarkt oder der Bahnhof als frühes Baudenkmal der einsetzenden Industrialisierung – wir haben Nürnberg mal auf eine ganz andere Weise besichtigt und ich bin mir sicher, dass von dieser Exkursion einige Informationen im Gedächtnis geblieben sind, die der reguläre Unterricht nicht hätte vermitteln können.

 

Julia Albrecht, Q11