Essstörungen

 Theater zeigte Einblick ins Leben von Magersüchtigen

NEUSTADT (ipp) - Das Thema Essstörung ist für so manchen eine höchst sensible Angelegenheit. Genau darum ging es bei einer Theateraufführung namens „Food Diaries" am Friedrich-Alexander-Gymnasium (FAG) in Neustadt, welche die Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe über solche Erkrankungen aufklärte.

Was vielleicht mit einer "unschuldigen Diät" beginnt, kann sich durchaus zu einer ernst zu nehmenden Störung im Essverhalten entwickeln. Schätzungen zu Folge ist heute jeder fünfte Jugendliche gefährdet, einer derartigen psychosomatischen Erkrankung zum Opfer zu fallen. So steht es in einer Theaterbeschreibung zum Stück „Food Diaries" (Nahrungstagebuch).

Schauspielerin Susanna Hasenbach führte das Stück in Auszügen auf und gab dabei Einblick in ihre eigenen Erfahrungen mit der Magersucht. Sie präsentierte fünf Kurzgeschichten, um verschiedene Aspekte von Essstörungen aus der Lebens- und Erfahrungswelt einer Betroffenen zu demonstrieren.

Im Anschluss stand sie für ein Gespräch und Fragen zur Verfügung, wobei sie auch auf Details noch genauer einging. Die Autorin von „Food Diaries", Heidy de Blum, hatte es sich mit ihrem Theaterstück zur Aufgabe gemacht,. über die Krankheitsbilder der Anorexie (Magersucht), Bulimie (Ess-Brech-Sucht) und des Binge-Eatings (Essattacken mit Kontrollverlust) aufzuklären. Gerade weil sie sich, genau wie Hasenbach, ehemals selbst im Strudel einer Störung der Nahrungsaufnahme befand, weiß sie genau, wovon sie spricht. Sie schildert somit den Alltag essgestörter Frauen.

Das Theater ist ein Projekt des Bamberger Ensembles "Chapeau Claque". Den Auftritt am FAG hat Hermann Göß, Lehrer der Schule und Beauftragter für Suchtprävention, organisiert. Das Stück soll junge Menschen frühzeitig hinsichtlich der Wirkung von Schönheitsidealen und der Gefahr von Essstörungen sensibilisieren. Außerdem sollen Betroffene dazu ermutigt werden, möglichst bald professionelle Hilfe zu suchen. Insbesondere bei der Erziehungsberatungsstelle und der Suchtberatungsstelle, hieß es, könnten Betroffene und deren Angehörige eine Vielzahl von Informationen und Beratungsangeboten finden.

aus: FLZ vom 19.7.17