Seit diesem Schuljahr ist es am Friedrich-Alexander-Gymnasium (wieder) möglich, Neugriechisch im Rahmen eines Wahlkurses zu lernen. 2013/14 beschäftigten sich insgesamt 17 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 8, 9, 10 sowie der Q 11 jeweils montags bzw. donnerstags von 13.15 bis 14.00 Uhr mit dieser wunderschönen, aber an Schulen doch eher selten gelehrten Sprache. Daher zunächst einige Informationen zum Neugriechischen:

 

Allgemeines

Neugriechisch ist die offizielle Amtssprache im Staatsgebiet des heutigen Griechenland sowie auf der Insel Zypern.

 

Neugriechisch – wozu?

Zunächst einmal sollte man Neugriechisch lernen, wenn man die in dieser Sprache verfasste LITERATUR, die mit Giorgos Seferis (1963) und Odysseas Elytis (1979) zwei Nobelpreisträger der letzten Jahrzehnte vorweisen und u. a. mit dem Krimi-Verfasser Petros Markaris auch im Bereich der Unterhaltungsliteratur mit einem Bestseller-Autor aufwarten kann, im Original lesen möchte, griechische FILME wie die des bekannten Regisseurs Theo Angelopoulos (Goldene Palme von Cannes 1998 für „Die Ewigkeit und ein Tag“) oder Tassos Boulmetis‘ „Zimt und Koriander“ im Original sehen und hören möchte, griechische MUSIK (als in unseren Breiten wohl berühmtester Vertreter sei Mikis Theodorakis genannt) nicht nur akustisch aufnehmen, sondern auch (deren Texte) verstehen möchte.

Die (seltene) Fähigkeit, Neugriechisch zu verstehen, zu sprechen und zu schreiben, kann aber auch im Beruf Vorteile bringen. Von Bedeutung sind dabei die Verbindungen Deutschlands zu Griechenland und Zypern in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht durch ihre Mitgliedschaft in der EU und als Euro-Länder.

Aber natürlich sind Neugriechisch-Kenntnisse nicht nur in den Bereichen Literatur, Wirtschaft und Industrie von Nutzen. In der Regel wird diese Sprache vor allem derjenige lernen, der sich als Badetourist ebenso wie als Bildungsreisender in der „Wiege der europäischen Kultur“ optimal zurechtfinden möchte. Griechenland kann zweifellos den Anspruch erheben, die Ursprünglichkeit von Land und Leuten erhalten zu haben und im Gegensatz zu vielen anderen Reiseländern dem Massentourismus nicht erlegen zu sein. Hilfreich sind Neugriechischkenntnisse selbst in den Zentren Athen und Thessaloniki; geradezu als notwendig jedoch erweisen sie sich für den, den das verborgene Griechenland mit seinen versteckten Heiligtümern und seiner grandiosen Landschaft fasziniert. Sprachkenntnisse erschließen ihm dort zudem eine völlig neue Dimension des Landes und seiner Einwohner.

Seinen besonderen Reiz hat Neugriechisch darüber hinaus natürlich auch (aber nicht nur!) für Schülerinnen und Schüler mit Altgriechischkenntnissen, weil diese recht bald erkennen werden, dass das heutige Griechisch, abgesehen von einigen (oft vereinfachenden) Veränderungen in Formenlehre, Syntax und Aussprache, im Wesentlichen dieselbe Sprache ist, die Platon und Aristoteles verwendet haben und über die Odysseas Elytis sagt:

„Auf eine Dauer von 3000 Jahren nannten die Griechen den Himmel OYPANOΣ, die Sonne HΛIOΣ, das Meer ΘAΛAΣΣA und die Gerechtigkeit ΔIKAIOΣYNH.“

 

 

Zur Schrift

Die griechischen Buchstaben stellen erfahrungsgemäß beim Spracherwerb kaum ein Problem dar. Sie sind zu einem großen Teil bereits aus den naturwissenschaftlichen Fächern bekannt und haben zudem, da sich unser lateinisches aus dem griechischen Alphabet entwickelt hat, mehr Verbindendes als Trennendes.

 

Wahlkurs Neugriechisch

Zugelassen sind Schülerinnen und Schüler aus sämtlichen Ausbildungsrichtungen des FAG ab Klasse 8.

Das im Schuljahr 2013/14 verwendete Lehrbuch stammt von Evangelia Karagiannidou und Caroline Kouptsidis und ist im Langenscheidt-Verlag unter dem Titel „Kalimera“ (NEU) erschienen.

Im ersten Lernjahr befassten wir uns u. a. mit folgenden Themen:

Kennenlernen, Kontaktaufnahme, Begrüßung – Frage nach dem Befinden, gegenseitige Vorstellung – Herkunft (Land, Ort, Sprache) – Zahlen, Telefonnummer, E-Mail – Familie und Verwandtschaftsverhältnisse – Bestellung im Restaurant, Essen und Getränke.

Aber natürlich kam auch die Landeskunde nicht zu kurz. Angeleitet von Frau Brigitte Koch, der an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön gesagt sei, tauchten wir in die Geheimnisse des GRIECHISCHEN VOLKSTANZES ein und machten uns mit den beiden geläufigsten griechischen Tänzen, dem Chasapikos und dem Kalamatianos, auch in tänzerischer Hinsicht fit für den nächsten Urlaub. Im Anschluss daran hatten sich die KursteilnehmerInnen das von ihnen selbst zusammengestellte GRIECHISCHE BÜFETT auch redlich verdient …

ΓEIA ΣAΣ!

Sylvia Rain-Alonso, OStRin

(Gr, L, D, Neugr)