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Willkommen auf der Webseite der Streitschlichter des FAG

 

"Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Streitschlichter her."


Hier auf der Website der Streitschlichter des Friedrich-Alexander-Gymnasiums in Neustadt/Aisch möchten wir, die Streitschlichter, uns und unsere Aufgaben an unserer Schule vorstellen.

Wir sind circa 30 bis 40 Schüler ab der 7. Jahrgangsstufe, die sich das gemeinsame Ziel gesetzt haben, die Schule zu einem friedlichen Ort zu machen und unsere Schulgemeinschaft positiv zu stärken.
 

Auf den folgenden Seiten haben wir für Sie verschiedenste Informationen zur Mediation zusammengestellt. Viel Spaß!
Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Streitschlichter her.

 


Ursprung der Mediation



Das griechische Wort „medos“ bedeutet so viel wie vermittelnd oder unparteiisch. „Meditatio“ ist lateinisch für über sich nachdenken. Verbindet man diese zwei Wörter, kommt man zu dem Schluss, dass Mediator sich mit Bote oder Vermittler gleichsetzen lässt. An der Wortherkunft kann man bereits sehen, dass die Mediation bereits eine lange Geschichte hat. Bereits die Germanen um 2000 vor Christus nutzen den Ausgleichungsgedanken, um einem Mörder die Gelegenheit zu geben sein Leben zu schützen, indem er sogenanntes Wehrgeld zahlen musste. der berühmte Spruch „Zahn um Zahn und Auge um Auge“ ist schon 1780 vor Christus entstanden. der sogenannte Hammurapi Codex gilt als einer der wichtigsten Schriften Babyloniens, in welchem Verhaltensregen sowie Rechte und Pflichten für die Bürger festgelegt. Der vorherrschende Ausgleichungsgedanke sollte das Zusammenleben bis hin zum Mittelalter bestimmen und für Frieden sorgen.
 

In der Neuzeit verlor der Vermittlungsgedanke der letzten 3600 Jahre an Bedeutung. Einen erheblichen Beitrag hierzu leisteten die Vermittler im 30-jährigen Krieg. Die erfolglose Vermittlung über 12 Jahre hinweg ließ den Glauben an den Sinn und die Notwendigkeit an die Mediation merklich bröckeln.
 

Diese Einstellung änderte sich erst wieder um 1890. Der Vorreiter USA begann ab diesem Zeitpunkt mit der Wirtschaftsmediation. in den folgenden 80 Jahren gewann die Mediation wieder an Bedeutung und Bekanntheit, vor allem durch Mediation bei Scheidungen oder auch beim Friedenschluss von Israel und Ägypten 1979. In Deutschland hingegen verlor die Mediation weiter an Bedeutung und der Strafanspruch des Staates wurde wichtiger. Erst als die Popularitätswelle aus den USA nach Deutschland herüberschwappte wurde Mediation auch in Deutschland besonders bei Scheidungen und in der Wirtschaft eingesetzt. 

 


Bedeutung der Mediation heute



In unserer heutigen Gesellschaft ist die Mediation sehr angesehen und beliebt, was nicht zuletzt an dem vielfältigen Nutzungsbereich zeigt. Ein bekanntes Beispiel ist die Mediation bei dem Neubau des Stuttgarter Bahnhofs Suttgart21. Hier wird schon seit langer Zeit zwischen Umweltaktivisten und Bauunternehmen vermittelt. Darüber hinaus ist die Mediation in Rechtsfragen oft genutzt, aufgrund des kürzeren Zeitpunkts und der geringeren Kosten im Vergleich zu einem Gerichtsverfahren und der hohen Einigungsrate, die zwischen 70% und 80% liegt. Dies sind aber nur zwei Beispiele aus dem breitgefächerten Möglichkeitsangebot der Mediation. Genauso umfangreich wie die Möglichkeiten ist auch die Ausbildung zum Mediator. Seit 1996 gibt es Ausbildungen zum Mediator für Wirtschaft und Arbeitswelt, seit 1997 spezielle Programme für Juristen.

 


 Die peer-group Mediation

„Peer-Mediation ist eine pädagogische Methode, um Konflikte zwischen Gleichaltrigen (meist Schülern) aufzuarbeiten und zu lösen. Bekannt ist die Methode auch unter dem Namen Streitschlichter, wobei bei diesem Namen nicht zum Ausdruck kommt, dass Schüler die Konflikte selbst lösen.“ (Definition Wikipedia)
 

Auch hier an unserer Schule wird das Prinzip der peer-group Mediation mit Hilfe von ausgebildeten Streitschlichtern genutzt. Die Streitschlichter, auch Mediatoren genannt, vermitteln bei dieser Methode zwischen zwei Streitparteien. Da hier die Prinzipien der Unparteilichkeit und der Vertraulichkeit zum Tragen kommen, ist das Gesagte der beiden Parteien insoweit gesichert, dass die Mediatoren außerhalb dieser Gruppe darüber schweigen. Durch die sorgfältige Vorbereitung jedes Streitfalls und der fundierten Ausbildung der Mediatoren an unserer Schule, kann davon ausgegangen werden, dass die wie auch in der Arbeitswelt zum Großteil positiven Ergebnisses ist. Der strukturierte Ablauf einer Mediation hilft Streitschlichtern, sowie Streitenden, eine langanhaltende, funktionierende Lösung zu erarbeiten, wobei es immer nur die Streitenden sind, die im Endeffekt ihre eigene, persönliche Lösung finden.

 
Mit der peer-group Meditation wird die Instanz Schule von ins besonderem jüngeren Schülern als helfend empfunden, da durch die Mediation auch Konflikte geklärt werden können, die sich teilweise auch außerhalb der Schulzeit abspielen, Darüber hinaus haben gleichaltrige Mediatoren den Vorteil, von Jüngeren als neutrale Person anerkannt zu werden, wie beispielweise Eltern. Ebenfalls wird ein Gefühl des Verständnisses übermittelt, da Die Schlichter im nahezu selben Alter sind, das heißt man kann sich als Streitende besser vorstellen, dass die Mediatoren in ähnlichen Situationen waren und auch hilfsbereit und nicht belehrend sind. 

 

 


So erreicht Ihr uns:


Jede Pause im Streitschlichterzimmer, im obere Gang des Erweiterungsbaus
 

Sobald ihr einen Streitschlichter in der Schule seht, könnt Ihr ihn bei Problemen auch persönlich ansprechen.

 


Was macht einen Streitschlichter überhaupt aus?


Um diese Frage beantworten zu können, wurden zwei Streitschlichterinnen aus der Q12, Louisa Graf und Maike Böhmländer, befragt.
 

Frage: Wieso bist du Streitschlichter geworden?

Louisa: Weil es sich spannend und nützlich angehört hat.

Maike: Weil ich schon von älteren Mitschülern gehört habe, dass es sehr spannend und herausfordernd ist, Streitschlichter zu sein und mich gerne sozial engagiere.

 

Frage: Was bedeutet es für Dich, Streitschlichter zu sein?

Louisa: Als Streitschlichter fühle ich mich gut, da ich mich für das Allgemeinwohl der Schule einsetze.

Maike: Ich kann es vermeiden, dass bestimmte Situationen eskalieren und so der Schule helfen.

 

Frage: Was rätst Du jüngeren Streitschlichtern?

Louisa: Bei den ersten Übungsstunden gut aufzupassen, da sie eine wichtige Grundlage bilden.

Maike: Bei jeder Streitschlichtung auf jeden Fall selbstbewusst zu sein und jede Chance mitzunehmen, den Ernstfall zu üben.

 

Frage: Was macht Dir am meisten Spaß daran, Streitschlichter zu sein und wieso?

Louisa: Ich kann Schülern helfen, wenn sie Probleme haben und die Gemeinschaft, vor allem am Ausbildungswochenende.

Maike: Die Tatsache, anderen Menschen zu helfen, weil ich denke, dass ein gutes Verhältnis zu Mitschülern entscheidend ist.

 

Frage: Würdest du wieder eine Streitschlichterausbildung machen?

Louisa: Ja, weil ich das Schulklima verbessern kann und jeden Fall auf seine eigene Art immer wieder spannend finde.

Maike: Ebenfalls wie Louisa, finde ich die Gemeinschaft unter allen Streitschlichtern besonders schön und habe viel gelernt, deswegen würde ich auf jeden Fall wieder eine Streitschlichterausbildung machen.
 

 


 Gesprächstechniken

 


Um bei der Mediation erfolgreich zu sein, setzen die Mediatoren mehrere Techniken ein. Sie helfen beiden Streitparteien fehlende Kettenmitglieder in der Situation des jeweils aufzudecken und dadurch den Konflikt zu lösen. die folgenden Techniken sind die bekanntesten und am häufigsten genutzten.
 

Die angewandte Fragetechnik ist im Alltag bekannt und oft verwendet. Es werden offene Fragen als sogenannte Türöffner gestellt, auch genannt die W-Fragen, mit Ausnahme des Frageworts Warum. Es führt dazu, dass sich die Person zu einer Rechtfertigung genötigt fühlt und sich daher verschließt.
 

Die Technik des empathischen Spiegels findet ziemlich zu Beginn einer Meditation statt, dabei fassen die Mediatoren das Gesagte zusammen. Die Streitparteien sollen hier eventuelles ergänzen oder verbessern. Es ermöglicht den Mediatoren eine vertrauensvollere Beziehung aufzubauen, aber auch den Konflikt sachlich genau zu erkennen.
 

Sobald die Streitparteien gegenseitig die Sicht und die Aktionen des jeweils anderen verstehen und nachvollziehen können, haben sie das Nadelöhr durchschritten. die Technik ist keine Gesprächstechnik der Mediatoren. Vielmehr können sich die Konfliktparteien insoweit verstehen, dass sie formulieren können, was das Gegenüber gestört hat oder ihn zu einer gewissen Aktion veranlasst hat. Sie zeigen sich offen ihre Gefühle, sodass einer Lösungsfindung nicht mehr viel im Weg steht.

 


 Ablauf der Streitschlichterausbildung



An unserer Schule beginnt die Ausbildung zum Mediator in den ersten Schulwochen mit grundlegenden Informationen, wie zum Beispiel die vier Seiten einer Nachricht nach Thurn bis hin zu gespiegelten Ich-Botschaften, die in einem echten Streitfall benötigt werden.

 
Am ersten Oktoberwochenende fahren alle aktiven Streitschlichter für einige Tage nach Stierhöfstetten. Hier lernen sich die Streitschlichter der unterschiedlichen Jahrgänge besser kennen. Die neuen Streitschlichter dürfen das erste Mal fiktive Streitfälle lösen. Im Anschluss daran geben Lehrer und ausgebildete Feedback über Gelungenes und geben Tipps, was noch zu verbessern ist.
 

Morgens, mittags und abends findet ein gemeinsames Essen statt, bei welchem der weitere Verlauf des Tages besprochen wird. Zwischendurch finden Weiterbildungen für alle Streitschlichter statt, zum Beispiel zum Thema Cybermobbing.

 
Vor allem am Abend sitzen alle gemeinsam zusammen, spielen Gesellschaftsspiele oder machen Nachtwanderungen.
 

Im Rückblick finden sehr viele das Wochenende sehr schön und freuen sich immer wieder auf das nächste Jahr.


Bis hin zur Prüfung der Streitschlichter werden nun während der Stunden in der Schule mehr und mehr fiktive Fälle geklärt, in Vorbereitung auf die Prüfung und auf echte Streitfälle.


Die Prüfung läuft ähnlich wie während des Wochenendes ab. Die Schüler bekommen einen fiktiven Fall zugeteilt und streiten und schlichten jeweils einmal. im Anschluss bekommen sie wieder ein konstruktives Feedback.