Peter Kolb

Dieser bedeutende Völkerkundler wurde 1675 in Dörflas bei Marktredwitz geboren. Nachdem er ua. das Melanchthon-Gymnasium in Nürnberg besucht hatte, wurde er auf der Burg Assistent bei dem Astronomen Georg Christoph Eimmart. 1700 promovierte Peter Kolb dann an der Universität Halle in Mathematik und Astronomie. Danach unterrichtete er die Söhne des Freiherrn Bernhard Friedrich von Krosigk als Privatlehrer. Dieser Adelige ermöglichte Kolb die Teilnehme an einer Forschungsreise nach Südafrika, wo er 1705 in Kapstadt ankam. Nach dem Tod seines Förderers trat Kolb in die Dienste der holländischen Ostindien-Kompanie. Bis 1712 beschäftigte er sich so mit astronomischen Beobachtungen am Kap und erforschte die Landesnatur rund um den Tafelberg. Insbesondere dem indigenen Volk der Hottentotten galt seine Aufmerksamkeit. Ab 1712 verschlechterte sich sein Augenlicht dermaßen, dass er seinen Dienst bei der Ostindien-Kompanie beenden und nach Deutschland zurückkehren musste. 1718 konnte er dann die Rektorenstelle an der Fürstlichen Stadtschule zu Neustadt a.d. Aisch antreten, wo er auch die Zeit fand, seine in Südafrika erstellten Aufzeichnungen zu einem Buch zu verarbeiten. Auf fast 1000 Folio-Seiten führte er seine Beobach-tungen zur Landesnatur Südafrikas aus. 1719 war dann das mit vielen Holzschnitten illustrierte Werk „Caput Bonae Spei hodiernum, das ist die vollständige Beschreibung des Afrikanischen Vorgebürges der guten Hoffnung“ fertig. Mit diesem wissenschaftlichen Werk war eine Völkerkunde entstanden, die bis heute nicht von ihrem Wert verloren hat, denn die Welt der mit den Buschmännern verwandten Hottentotten ist zwischenzeitlich untergegangen. Wissenschaftler sowohl aus den USA als auch aus der Republik Südafrika besuchen immer wieder das FAG, um die Aufzeichnungen Peter Kolbs in Augenschein zu nehmen.

Heute steht noch auf dem Schulgebäude am Kirchplatz, in dem Peter Kolb 1726 verstarb:

„Est Schola planta Die, legit hinc ecclesia flores, Hinc decus est urbis, redeunt hinc tempora fausta“ (Die Schule ist der Pflanzgarten Gottes, hier pflückt die Kirche ihre Blumen, die Schule gereicht der Stadt zur Zierde und hilft auch zu besseren Zeiten)

 

 

 

 

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