Pietismus:

Der Pietismus prägte nachhaltig die geistesgeschichtliche, gesellschaftliche, politische und pädagogische Entwicklung im Deutschland des 18. Jahrhunderts. Man versteht unter ihm eine Bewegung innerhalb des Protestantismus, die eine geistliche Erneuerung der Kirche zum Ziel hatte. Er entstand als Gegenströmung zur lutherischen Orthodoxie und stellte diesen streng rationalen Denkformen das Ideal eines an der Bibel orientierten praktischen Christentums gegenüber. Tätige Nächstenliebe und regelmäßiges Bibelstudium sollten zu einer lebendigen Christusfrömmigkeit führen. Durch seine auf die christliche Lebenspraxis ausgerichtete Akzentuierung übte diese Pädagogik eine starke Anziehungskraft auf das evangelische Bürgertum und den evangelischen Adel aus. Neben der Stadtschule zu Neustadt a.d. Aisch waren es vor allem die Franckeschen Stiftungen in Halle und die Herrnhuter Brüdergemeinde unter C.L. Graf von Zinzendorf, die diese neue Lebenshaltung vermittelten.

 

 

 

 

 

 

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