Johann Amos Comenius (1592 – 1670)

Jan Amon Komensky, latinisiert Johann Amos Comenius, wurde im ostmährischen Nivnice bei Uhersky Brod geboren. Sein Studium absolvierte er in Herborn und Heidelberg. Durch die Wirren des 30jährigen Krieges wurde er aus seiner Heimat vertrieben und musste in viele Länder Europas emigrieren. 1670 starb er in Amsterdam.

Durch sein persönliches Schicksal, hervorgerufen durch Hass und Verrohung im Krieg, erkannte er den Wert von Toleranz und Bildung. Comenius forderte deshalb Bildung für alle, denn Wissen dürfe kein Privileg von Einzelnen oder Gruppen sein. Sowohl für Knaben als auch Mädchen sollte Schulunterricht möglich sein. Die von ihm ausgearbeitete Unterrichtsmethodik verwarf die Strenge der herkömmlichen Pädagogik und verlangte eine Erziehung mit Herz, Lernen als Spiel und eine Welt in Harmonie. Sein Motto war;“Alles fließe von selbst; Gewalt sei ferne den Dingen.“

Seine Hauptwerke sind Orbis Pictus (Das Bild von der Welt), Didacta Magnus und Ianua Linguarum Reserata (Güldene Sprachenthür)

 

 

Pädagogische Grundsätze des Comenius:

1. Grundsätze:

  • Menschen sind vernünftige Geschöpfe und als Ebenbild Gottes so zu fördern, dass sie – in die Wissenschaften, die Tugenden und die Religion recht eingeweiht – das gegenwärtige Leben nützlich hinbringen, für das künftige aber würdig vorbereitet werden können.
  • Alle Kinder sind zu fördern, nicht nur bestimmte Gruppen.
  • Durch gute Führung werden die Kinder gute Menschen.
  • Dem Menschen ist die Lust eingegeben zu erforschen und zu erkennen.
  • Es ist fleißige und unablässige Arbeit notwendig, um diese Eigenschaften wachsen zu lassen.
  • Diese Arbeit soll den Lehrenden und Lernenden eine angenehme Arbeit sein;
  • die Übung der Jugend sei lieblich, anmutig und gleichsam nur wie ein Spiel oder eine Kurzweil.

2. Aussagen zur Schule

  • Schule soll ein fröhlicher Ort sein, innen und außen eine Augenweide; im Innern helle und saubere Zimmer und die Wände mit Malereien geschmückt; draußen ein hübscher Platz zum Spielen und ein Garten.
  • Schule soll alle generell auf das Menschliche hin unterweisen, alle zu allen Tugenden erziehen, auch zu Bescheidenheit, Eintracht und gegenseitiger Dienstfertigkeit.
  • Der Lehrer hat den höchsten, vornehmsten Beruf: seine Aufgabe ist freilich nicht leicht.

3. Hinweise für die Lehrenden

  • Nicht nur über die Dinge reden, sondern sie auch zeigen in der Natur, auf Bildern oder Modellen.
  • Alles, was man sieht, soll man auch sprachlich ausdrücken können.
  • Der Lehrer muss Vorbild sein.
  • Man soll nicht zulassen, dass jemand etwas vorträgt, was er nicht versteht oder dass er etwas versteht, aber seine Gedanken nicht ausdrücken kann.
  • Vielwisserei ist sinnlos; Schule soll keine Wasserköpfe züchten.
  • Schüler sollen stufenweise lernen; vom Nahen zum Fernen, vom Bekannten zum Unbekannten, vom Leichten zum Schweren.
  • Das Gelernte soll gut haften: dies gelingt durch Erklärung der Ursachen.

 

 

 

 

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