Im Rahmen des P-Seminars „Antike Medizin-, Hygiene- und Kosmetikprodukte” (Leitfächer Latein und Chemie) der 11. Klasse verfolgen mit unseren Lehrkräften, Herrn Hemmerich und Frau Bayer, ein spannendes Ziel: Die Rekonstruktion antiker Medizin- und Kosmetikprodukte. Wir nutzten unsere gemeinsamen Nachmittage, um Rezepturen theoretisch zu erarbeiten, sowie diese experimentell zu testen und herzustellen. So beschäftigen wir uns mit Rezepturen rund um Seife zum Färben von Haaren, Haaröl, Duftsalbe und ein Rosenduftöl.
Hin und wieder durften wir zudem Besuch direkt aus der Wissenschaft begrüßen, der uns tiefere Einblicke in verschiedenste Fachgebiete ermöglicht. So auch von Herrn Prof. Dr. Vincenzo Damiani, Dozent an den Universitäten Catania in Sizilien und Würzburg. In seinem Vortrag „Antike Kosmetik – zwischen Medizin, Ästhetik und Gesellschaft“ beleuchtete er die soziale Bedeutung von Kosmetik anhand der Leitfragen: „Gute oder schlechte Kosmetik?“, „Heilmittel oder Gift?“ sowie „Mit oder ohne Schmuck?“. Schönheitstipp der Römer: Zu Naturkosmetik greifen!
Daran knüpfte der Vortrag der Apothekerin und Doktorandin der Pharmazie Sophie Bayer an, die uns zunächst einen Einblick in ihr Pharmaziestudium an der Universität Regensburg gab. In ihrem Vortrag ging sie genauer auf Arznei- und Giftpflanzen in der Antike ein. Dabei wurde deutlich, dass viele Pflanzen sowohl als Heilmittel als auch als Gift wirken können und der Unterschied oft nur von der richtigen Anwendung oder Dosierung abhängt. Außerdem zeigte der Vortrag, dass viele Pflanzen, die bereits in der Antike verwendet wurden, teilweise auch heute noch in der Medizin eine Rolle spielen.
Besonders spannend war zu erfahren, wie viel Wissen die Menschen damals bereits über Heilmittel, Pflanzen und verschiedene Stoffe hatten. Durch die praktischen Arbeiten im Labor können viele Inhalte nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern auch selbst ausprobieren und nachvollziehen, wie solche Produkte früher hergestellt wurden.