Abschlussfahrt 2026 in die Niederlande: „Eigentlich nur Segeln …“

… aber uneigentlich so viel mehr (Meer)! Natürlich ist im Vorfeld viel darüber gesprochen worden, gab es eine Packliste und jede Menge gute Ratschläge von den begleitenden Lehrkräften. Doch was heißt es, fünf Tage auf einem Traditionssegler zu verbringen? Wie kommt man mit den begrenzten räumlichen Gegebenheiten an Bord zurecht? Und wird man auch bestimmt nicht seekrank? – Viele Fragen, große Erwartungen und auch ein wenig Sorgen, all das war vor Beginn der Abschlussfahrt bei den 25 Schülerinnen und Schüler da, denn wer kann schon von sich behaupten, bereits auf einem Großboot gesegelt zu sein?
Los ging’s am Sonntag, dem 5. Juli 2026 am späten Vormittag und am Abend desselben Tages kam man in Makkum an der Ostküste des IJsselmeeres an. Nachdem alles vom Bus auf die beiden Schiffe „Onverwacht“ und „Stanfries“ verladen war, konnte man sich zunächst mit den Gegebenheiten an Bord vertraut machen, am späteren Abend das kleine Örtchen erkunden oder in einer der Kneipen das Fußballspiel Brasilien gegen Norwegen sehen. Am nächsten Morgen ging’s dann los: Nach einer ersten Einweisung durch die Skipper wurden die Leinen gelöst, Ziel war die Nordseeinsel Texel. Doch bereits auf dieser Etappe erlebten die Schülerinnen und Schüler, dass Segeln heißt, sich mit Wind, Wetter und Gezeiten zu arrangieren. Kräftiger Westwind sorgte für ruppige Bedingungen an Bord und relativ bald war klar, dass das ursprüngliche Ziel heute nicht zu erreichen sein würde. Also wurde die Planung angepasst und Den Oever direkt am Abschlussdeich als neues Ziel festgelegt. Dort angekommen bestand die Möglichkeit, im Wattenhafen ein erstes Mal zu baden, Vorräte im Supermarkt zu ergänzen oder einfach nur am Deich entlangzuspazieren und den Blick auf das Meer zu genießen. Am Folgetag musste bei weiterhin kräftigem Wind vielfach gekreuzt werden, um West auf Terschelling zu erreichen. Spätestens nach dieser Etappe saßen jedoch die Handgriffe an Bord und jeder wusste, was beim Kommando „Fock los“ zu tun war. Auf Terschelling wurde man von sonnigem Wetter belohnt, konnte im idyllischen Örtchen ein Eis genießen oder die „Große Düne“ besteigen und von dort den Ausblick über die Insel genießen. Der nächste Morgen bot Zeit sich auszuruhen, sollte es doch erst am frühen Nachmittag weitergehen. Wer Lust hatte, konnte, geführt von den Skippern, auf verschlungenen Pfaden durch die Dünen einen einsamen Nordseestrand ansteuern – oder genoss einfach die Möglichkeit, nochmals durch West zu schlendern oder im Duschgebäude ausgiebig zu duschen, war man doch an Bord gezwungen, mit Wasser sparsam zu sein. Am Nachmittag wurden die Segel gesetzt für ein weiteres Highlight, das Trockenfallen im Watt. Gegen Abend war die Sandbank erreicht, nun konnte man Baden und später im Schein der untergehenden Sonne das UNESCO-Naturerbe Wattenmeer erkunden. Am späten Abend folgten Spielerunden, bevor die Nacht auf den Schiffen auf dem offenen Meer verbracht wurde. Am nächsten Morgen, war erneut Gelegenheit, das Baden im Meer zu genießen oder die Fauna und Flora des Watts näher kennenzulernen. Kulinarisches Schmankerl war ein Mittagessen aus am Vorabend gesammelten Muscheln. Am frühen Nachmittag musste der am Vorabend gesetzte Anker wieder gelichtet werden und es wurde Kurs auf Harlingen gesetzt, einem Städtchen an der friesischen Festlandsküste. Der letzte Abend wurde von den Schülerinnen und Schülern genutzt, das Nachtleben der Hafenstadt zu erkunden. Am folgenden Tag hieß es bereits, die Rückfahrt nach Makkum anzutreten. Nachdem der Anschlussdeich bei Kornwerderzand passiert war, konnte man ein letztes Mal ins kühle Nass des IJsselmeeres springen, um sich vor der anstehenden langen Busfahrt nach Neustadt nochmals abzukühlen. In Makkum angekommen wartete dort bereits der Bus, der mit vereinten Kräften beladen wurde. Nachdem „klar Schiff“ gemacht worden war, hieß es, die Heimreise antreten, und gute neun Stunden später rollte der Reisebus auf den Parkplatz des FAG.
Auf diese Woche rückblickend war für alle klar: Eine Abschlussfahrt auf einem Segelschiff ist ein ganz besonderes, unvergessliches und vielleicht auch einmaliges Erlebnis, an das sich die Schülerinnen und Schüler gerne erinnern werden.